CCleaner für Windows überflüssig?

Jede Nutzung von Windows hinterlässt Dateien und Eintragungen. Diese Reste sind meist unnötig, belasten den Computer und sind ein Problem für den Schutz der persönlichen Daten.
Ein beliebtes Werkzeug, um den Computer zu reinigen war CCleaner. Leider gab es in der Vergangenheit Ausspähung von Nutzerdaten, Schadprogramme und zunehmend Werbung sowie Aufdrängen von weiteren Programmen. Mit Version 7 hat der Hersteller zwar die Oberfläche neu gestaltet, aber den Funktionsumfang der kostenlosen Version reduziert.

Empfehlung
CCleaner 7 deinstallieren.
Alternative installieren
Vorversion CCleaner 6.39 portable
Glary Utilities 6 portable
BleachBit

Vorversion CCleaner 6.39 portable

Für Leute, die gerne bei CCLeaner bleiben. Version 6.39 ist die letzte vor Version 7. Die portable Version muss man nicht installieren, sie speichert ihre Einstellungen im eigenen Ordner.
Download-Link
https://download.ccleaner.com/portable/ccsetup639.zip
Die Datei entpacken, den entpackten Ordner öffnen und CCleaner64.exe starten. Die Einstellungen sorgfältig wählen, insbesondere automatische Updates deaktivieren.

Glary Utilities 6 portable

Glary Utilities hat einen größeren Funktionsumfang als CCleaner und enthält sowohl klassische Reiniger, als auch Systempflege und Dienstprogramme. Auch Glary Utilities wirbt für Kaufversionen, aber der Umfang der kostenlosen Version ist sehr gut. Es gibt keine Werbung oder Aufdrängen von weiteren Programmen. Die portable Version muss man nicht installieren, sie speichert ihre Einstellungen im eigenen Ordner.
Download-Link
https://download.glarysoft.com/guportable.exe
Die Datei starten; sie entpackt sich selbst. Integrator.exe starten und 1-Click-Maintenance wählen. Das Settings-Symbol anklicken und sorgfältig einstellen. Automatische Reinigung anklicken und 1-Click-Maintenance starten.

BleachBit

Bleachbit ist ein sehr einfacher Reiniger ohne zusätzliche Funktionen. Das Programm ist OpenSource, das heißt, Fachleute können den SourceCode einsehen und prüfen. Werbung und ähnliches gibt es nicht.
Download-Link
https://www.bleachbit.org/download/file/t?file=BleachBit-5.0.2-portable.zip
BleachBit herunterladen und entpacken. Im entpackten Ordner BleachBit starten und sorgfältig einstellen, danach laufen lassen.

WICHTIG: Windows erneuert SecureBoot-Zertifikate

SecureBoot ist eine Sicherheitsfunktion, die jeder Windows-Computer ab 2012 enthält. Im Jahr 2026 laufen die SecureBoot-Sicherheitszertifikate ab und werden von Microsoft (hoffentlich) automatisch erneuert. Dabei kann einiges schief gehen.
Im schlimmsten Fall kommt man nicht mehr an seine Daten.

Hier ist eine dringende Handlungsempfehlung:
1. dass eine Datensicherung durchgeführt wird
2. warum und wie der Wiederherstellungsschlüssel gesichert wird
3. wie die automatische Zertifikats-Erneuerung ermöglicht wird.


Datensicherung

Wenn solche Systemeingriffe bevorstehen wird auf jeden Fall eine Sicherung der Benutzerdaten empfohlen, am besten auf ein externes Medium bspw. eine USB-Festplatte.

Wiederherstellungsschlüssel

Falls Bitlocker bei Windows Pro oder Geräteverschlüsselung bei Windows Home aktiviert ist (bei vielen Computern voreingestellt) sind die Daten auf der Festplatte verschlüsselt. Davon merkt man im Betrieb nichts, weil Entschlüsselung beim Start und Verschlüsselung beim Beenden im Hintergrund erfolgen.

Sobald die Sicherheitszertifikate erneuert sind, kann es sein, dass Windows beim Starten den Wiederherstellungsschlüssel verlangt. Wenn dieser Wiederherstellungsschlüssel für das Gerät nicht verfügbar ist, bleiben die Dateien verschlüsselt und können nicht mehr geöffnet werden.

Wenn Sie Ihr Benutzer-Konto als Lokal-Administrator betreiben, gibt es kein Microsoft-Konto und Sie müssen Ihren Wiederherstellungsschlüssel abrufen und speichern/dokumentieren.

Wenn Sie ihr Gerät mit einem Microsoft-Konto betreiben, ist der Wiederherstellungsschlüssel bei Microsoft unter Ihrem Konto gespeichert. Allerdings brauchen Sie zum Zugang dann ein anderes Gerät und Ihre Microsoft-Anmeldedaten. Auch hier ist es also ratsam Ihren Wiederherstellungsschlüssel abzurufen und zu speichern/dokumentieren.

Wiederherstellungsschlüssel sichern

Der Wiederherstellungsschlüssel ist eine 48-stellige Zahlenfolge.

Windows Pro nennt die Verschlüsselung Bitlocker.
Den Wiederherstellungsschlüssel findet man so:
Im Suchfeld Bitlocker eingeben > Klick auf Bitlocker verwalten > Wiederherstellungsschlüssel sichern.
Von den verschiedenen Optionen wird (vom Autor dieses Beitrags) Drucken empfohlen, am besten 2 x und an unterschiedlichen Stellen aufbewahren.

Windows Home nennt die Verschlüsselung Geräteverschlüsselung.
Den Wiederherstellungsschlüssel findet man so:
cmd als Administrator starten > eingeben
Manage-bde -protectors -get %systemdrive%
Von den verschiedenen Optionen wird (vom Autor dieses Beitrags) Drucken empfohlen, am besten 2 x und an unterschiedlichen Stellen aufbewahren.

Zertifikats-Erneuerung

Prüfung und Folgerung: Ist SecureBoot aktiv?

Tasten [Windows]+[R] gleichzeitig drücken > msinfo32 eingeben > in der Tabelle die Zeile „Sicherer Start“ suchen.

Wenn dort „Aus“ steht, hat das Gerät kein SecureBoot oder SecureBoot ist nicht aktiviert. Von der Zertifikats-Erneuerung ist das Gerät nicht betroffen, aber es verwendet diese Sicherheitsoption nicht. Wenn dort „Ein“ steht, ist SecureBoot aktiv.

Voraussetzung, damit die SecureBoot-Zertifikate erneuert werden können.

Für den Austausch ist die Übermittlung der Diagnosedaten an Microsoft erforderlich.

Prüfung und Folgerung: Übermittlung der Diagnosedaten

Start (Windows-Symbol) > Einstellungen > Datenschutz und Sicherheit > Diagnose und Feedback

Wenn dort „Ein“ steht, werden die Zertifikate automatisch erneuert. Wenn dort „Aus“ steht, ist eine ANPASSUNG erforderlich, die per Fernwartung oder am Kundenort vorgenommen werden muss.

Updates machen!

Updates sind zwingend erforderlich, um die Sicherheit von Betriebssystem, AntiVir und Programmen nicht zusätzlich zu gefährden.

Nahezu alle Betriebssysteme und Programme haben ein Verfalldatum, nach dessen Ablauf sie keine Sicherheitsupdates mehr bekommen. An dann gilt so ein Betriebssystem oder Programm als unsicher.

Sicherheitslücken im Betriebssystem oder in Programmen sind nicht die Ausnahme, sondern kommen häufig vor. Die Programm-Hersteller geben deshalb Aktualisierungen (Updates) heraus, die installiert werden sollten.

Solche Aktualisierungen kommen

durch ein Verwaltungsprogramm (sehr gut)
automatisch beim Programmstart (gut)
durch eine Nachricht/Bekanntmachung (schlecht)
gar nicht (sehr schlecht)

Die folgenden Aktualisierungen sollten Sie immer durchführen

+ Das Betriebssystem (Windows, Mac, ChromeOS, Linux)

+ Updates Ihres Antivir-Programmes

+ Die großen „Einfallstore“ Java, Acrobat Reader. Achtung:
Lassen Sie sich keine zusätzlichen Programme verpassen.

+ sowie die verwendeten Anwendungsprogramme.

Für Windows kann man die Informationen hier bekommen:
https://docs.microsoft.com/de-de/lifecycle/products/?products=windows

Für Microsoft-Office (Word, Excel. Powerpoint usw.) hier:
https://docs.microsoft.com/de-de/lifecycle/products/?products=office